Aushöhlung des Versammlungsrechts stoppen

Krefeld, den 5.5.2021

Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen kritisiert unser Bündnis den Entwurf für ein Versammlungsgesetz in NRW scharf. Der Entwurf stellt sich in offenen Konflikt zur Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts hinsichtlich des besonderen Schutzes der Versammlungsfreiheit. Er ist durchdrungen von einem obrigkeitsstaatlichen Denken, für das Versammlungen lediglich Bedrohungen darstellen. Statt die Versammlung als Institution zu schützen, dient der Entwurf im Wesentlichen dazu, den Behörden Ermächtigungsgrundlagen für Eingriffe in die Versammlungsfreiheit an die Hand zu geben.

Dazu veröffentlichen wir hier die gemeinsame Pressemitteilung des Republikanischen Anwält*innenvereins (RAV), des Grundrechtekomitees und der Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen (VDJ).


Erklärung des RAV, der VDJ und des Grundrechtekomitees zum Gesetzentwurf für ein Versammlungsgesetz für NRW
Aushöhlung des Versammlungsrechts stoppen – Versammlungsfreiheit stärken, nicht beschränken!

Gemeinsame Presserklärung vom 5. Mai 2021

Der RAV, die VDJ und das Komitee für Grundrechte und Demokratie lehnen den von CDU und FDP vorgelegten Entwurf für ein Versammlungsgesetz für Nordrhein-Westfalen als undemokratisch ab. Der Entwurf verfehlt den zentralen Kern eines Versammlungsgesetzes: den Schutz der Versammlungsfreiheit als Abwehrrecht gegenüber dem Staat. Der Entwurf ist vordemokratisch und atmet den Geist eines autoritären Staats.

Die Versammlungsfreiheit ist – als kollektive Meinungsfreiheit – eines der wichtigsten politischen Grundrechte, das für den politischen Meinungskampf, die gesellschaftliche Teilhabe und die Sicherstellung von demokratischen Grundsätzen von zentraler Bedeutung ist. Tritt das Versammlungsgesetz für NRW wie vorgeschlagen in Kraft, würden die zentralen verfassungsrechtlichen Grundsätze der Versammlungsfreiheit, wie sie seit dem Brokdorf-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 1985 bestehen, unterlaufen. Dazu gehören die Autonomie in der Ausgestaltung der Versammlung, die Staatsfreiheit, der freie Zugang zur Versammlung und die Abwesenheit von Observation und Registrierung.

Der Entwurf der Landesregierung ist durch ein tiefes Misstrauen gegen Bürger:innen geprägt, die vom Grundrecht der Versammlungsfreiheit Gebrauch machen. Versammlungen werden alleinig als polizeilich zu behandelndes Problem – als Gefahr, der man begegnen muss – verstanden. Entsprechend sieht der Entwurf weitreichende Regulierungs- und Überwachungsmöglichkeiten für die Polizei vor: Die Anwendbarkeit von Polizeirecht in Versammlungen, die Errichtung von Kontrollstellen zur Identitätsfeststellung und Durchsuchung, das Verbot der Teilnahme mithilfe von Meldeauflagen, Videoüberwachung und -aufzeichnung, Gefährderansprachen und weitere Maßnahmen.

Zusätzlich werden Möglichkeiten der Kriminalisierung von Teilnehmenden und Veranstalter:innen stark ausgeweitet. Es werden neue Straftatbestände und Ordnungswidrigkeiten geschaffen, sowie Strafmaße erhöht. Der Versammlungsleitung werden umfangreiche Pflichten auferlegt, die Anmeldung von Versammlungen wird erschwert. Dass es der Landesregierung im Braunkohleland NRW insbesondere darum geht, konzernkritische Klimaproteste gegen RWE abzuschwächen, belegt die Gesetzesbegründung. Auch antifaschistische Proteste werden massiv erschwert, das Recht auf Gegendemonstrationen beschnitten.


Rechtsanwältin Anna Busl, Mitglied im erweiterten Vorstand des RAV, erklärt hierzu: „Die Ausübung der Versammlungsfreiheit, vom Bundesverfassungsgericht bezeichnet als ‚ein Stück ursprünglich-ungebändigter unmittelbarer Demokratie, das geeignet ist, den politischen Betrieb vor Erstarrung in geschäftiger Routine zu bewahren‘, wird durch diesen Gesetzentwurf zur ‚Gefahr‘ erklärt, der polizeilich Einhalt geboten werden muss. Durch die Aufhebung der sog. Polizeifestigkeit von Versammlungen kann gegen jeden Teilnehmer als ‚Störer‘ polizeilich vorgegangen werden.“

Michèle Winkler, Referentin des Komitees für Grundrechte und Demokratie ergänzt: „Dieses obrigkeitsstaatliche Verständnis der Versammlungsfreiheit ist einer Demokratie unwürdig. Die Landesregierung führt einen gezielten Bruch mit dem Brokdorf-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts herbei. Der Versammlungsfreiheit wird ihr demokratischer Kern entzogen: Wenn Demonstrationen komplett polizeilich eingehegt und überwacht sind, werden sie jeglicher Wirkung beraubt.“

Rechtsanwältin Ursula Mende, Bundesvorstandsmitglied der VDJ unterstreicht: „Es ist offensichtlich, dass die Landesregierung die Kritik an ihrer desaströsen Klima- und Energiepolitik mithilfe des Versammlungsgesetzes zum Verstummen bringen will. Geradezu obsessiv wird auf die Klimabewegung verwiesen, um Verschärfungen zu begründen. Dies steht in starkem Kontrast zum Bundesverfassungsgericht, das gerade erst in einer historischen Entscheidung ein Klimaschutzgebot postuliert hat. Die Landesregierung täte gut daran, ihre politische Verantwortung wahrzunehmen, statt Protest gegen ihre desaströse Klimapolitik zu erschweren.“


Im beigefügten Dokument findet sich zusätzlich zur Erklärung eine inhaltliche Auseinandersetzung und Argumentation im Einzelnen:
Teil 1: Hintergrund und allgemeine Anmerkungen. 3
Teil 2: Kritik an spezifischen Regelungen im Gesetzentwurf (GE) 5
Teil 3: Anforderungen an ein modernes, freiheitliches, grundrechtszentriertes Versammlungsfreiheitsgesetz. 10

Das Dokument können Sie hier herunterladen:

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Ingeborg Krämer ist verstorben

Krefeld, den 24.3.2021

Anzeige Ingeborg Krämer





Kundgebung: "10 Jahre Krieg in Syrien" am 15.3.2021

Krefeld, den 9.3.2021

10 Jahre Krieg in Syrien
Mahnen-Gedenken
Montag, 15. März
17 Uhr Joseph-Beuys-Platz

Unter Einhaltung der Hygienevorschriften
Parteifahnen sind nicht erwünscht

Seit dem Jahr 2011 herrscht in Syrien Krieg. Das Ausmaß des Grauens spiegelt sich in den Zahlen wider: Mehr als eine halbe Million Menschen haben nach Schätzungen ihr Leben in dem Krieg verloren, rund 13 Millionen Syrer mussten ihre Heimat verlassen.

Zerstörung, Verfolgung, Unterdrückung und desaströse wirtschaftliche Verhältnisse prägen die Region. Es mangelt an grundlegender Versorgung. Ein Ende des Leids ist für die Menschen nicht in Sicht.

Eine Veranstaltung von Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie e.V.

Den Flyer können Sie hier herunterladen:

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Kundgebung: "Ein Jahr nach Hanau" am 19.2.2021

Krefeld, den 15.2.2021

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Veranstaltung: Männlichkeit und Rechtsradikalismus

Krefeld, den 27.9.2020

Informations-und Diskussionsveranstaltung
Dienstag, 29. September 19 Uhr
im Südbahnhof, Saumstrasse 9, 47805 Krefeld
mit Andreas Kemper

Männlichkeit und Rechtsradikalismus
Fanatisierung von Männern

In den letzten Monaten und Jahren haben antisemitische und rassistische Anschläge zugenommen: In Hanau erschoss ein Mann mehrere Shisha-Bar-Besucher*innen; in Halle erschoss jemand wahllos zwei Menschen und hatte vorher versucht, eine Synagoge zu stürmen; in Kassel erschoss ein Neonazi Walter Lübcke, weil dieser Rassist*innen kritisierte. Zugleich werden Drohbriefe mit Daten aus Polizeicomputern unter dem Label NSU 2.0 verschickt. Ob in Neuseeland, Norwegen, USA oder Deutschland: Die rassistischen Attentäter sind in der Regel Männer. Und sie haben eine Vorgeschichte. Der Vortrag wird den Prozess der Fanatisierung von Männern in den Blick nehmen, die sich auf einen Tag X, den Tag der Abrechnung mit den "Volksverrätern" vorbereiten und dabei auf verschwöungsmythologische Netzwerke und Ideologien zurückgreifen können.

Andreas Kemmper ist ein deutscher Publizist und Soziologe. Bekannt wurde er durch kritische Publikationen zu antidemokratischen Tendenzen in der AfD. Er studierte Philosophie, Soziologie und Pädagogik an der Universität Münster und der FU Berlin. In Münster legte er 2005 das Magister-Examen ab, Titel der Magisterarbeit ist Möglichkeiten der Bildungspolitik für Arbeiterkinder.

Anmeldung erforderlich Südbahnhof unter diesem Link




Kundgebung: "Sechs Monate nach Hanau" am 19.8.2020

Krefeld, den 18.8.2020

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Kundgebung: "Kein Platz für Antisemitismus"
MO / 3.8.20 / 18:30 Uhr / Theaterplatz

Krefeld, den 29.7.2020

Kundgebung gegen die verschwörungsideologischen „Corona-Rebellen“

Corona-Demos in Krefeld - Antisemitische Verschwörungsideologien und Neonazis unter bürgerlichem Deckmantel

Den Flyer können Sie hier herunterladen:

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Umfrage: Welche Erfahrungen haben Minderheiten mit der Polizei in Krefeld

Krefeld, den 5.7.2020

Pressemitteilung:

Seit den Anfängen des Bündnisses, Krefeld für Toleranz und Demokratie e.V., war neben dem direkten Bekämpfen der Rechten auch immer der Alltagsrassismus in der Stadt Thema.

Über lange Zeit und doch in mittlerweile entscheidenden Punkten erfolgreich war die Thematisierung der Praxis der Ausländerbehörde.

Die Praxis der Polizei war auch immer schon beiläufig Thema, ohne dass wir uns auf konkrete Schritte außer punktuellen Beschwerden über den Polizeibeirat haben verständigen können.

Deshalb haben wir zu Beginn des Jahres 2020, die Idee eines Fragebogens entwickelt, der ein Stimmungsbild der von Polizeikontrollen Betroffenen in Krefeld erstellen soll. Wir haben uns dazu Hilfe und Unterstützung beim Lehrstuhl für Kriminologie an der Universität Bochum geholt.

Nun ist der Fragebogen fertig und wir werden ab Freitag, 19.06.2020, die Umfrageaktion in Krefeld starten.

Dass unsere Umfrageaktion fast zeitgleich zu den weltweiten Protesten gegen Polizeigewalt läuft, wird sie hoffentlich beflügeln.

Die Umfrage soll nach Möglichkeit vor der Kommunalwahl im September, so sie denn stattfindet, durchgeführt, abgeschlossen und ausgewertet werden. Damit könnten wir als Bündnis ein Stimmungsbild vorlegen, das wir politisch als Argument nutzen können. Ziel ist es, die Politik in der Stadt zu einem geschärften Blick auf mögliche alltagsrassistische Tendenzen der Polizei zu bewegen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.




Fest ohne Grenzen fällt 2020 aus

Krefeld, den 9.6.2020

Bedingt durch die Hygieneregeln in Corona-Zeiten muss das diesjährige Fest ohne Grenzen - wie so viele andere Veranstaltungen - leider abgesagt werden.

Das traditionsreiche Fest sollte bereits zum 14. mal am l. Wochenende nach den Sommerferien auf dem Corneliusplatz stattfinden. Durchgeführt wird es seit 2006 vom „Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie“ gemeinsam mit zahlreichen Verbänden und Initiativen. Es ist ein buntes Fest mit Musik und Information für eine offene und solidarische Gesellschaft, gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Ausgrenzung.

„Gerade in dieser Zeit, wo wir im Andenken an George Floyd gegen strukturellen und institutionellen Rassismus auf die Straße gehen, wäre das das Fest ohne Grenzen so wichtig“, betont Lisa Jäger vom Vorbereitungskreis. „Aber auch, wenn uns die Pandemie in diesem Jahr an dem Fest hindert, werden wir unsere Aktivitäten fortsetzen.“ Das Bündnis arbeite an Alternativen, auch um im bevorstehenden Kommunalwahlkampf zu erreichen, dass alle demokratischen Kräfte gegen rassistische Parteien gemeinsam klare Kante zeigen.




KRefelder Geschichten
„Mädchen, halt noch ein paar Tage durch“
Jüdinnen in Krefeld 1933-1945

Krefeld, den 23.10.2019

Lesung mit musikalischer Begleitung

Dienstag, 26. November 2019

19:00 Uhr Südbahnhof, Saumstr. 6, Krefeld

Eintritt frei

„Mädchen, halt noch ein paar Tage durch“
Jüdinnen in Krefeld 1933-1945

Zum dritten Mal lädt das Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie e.V. zur Veranstaltung „KRefelder Geschichten“ ein. Die Krefelder Autor*innen Barbarella Dura und Gerd Ruebenstrunk lesen unter demTitel „Mädchen, halt noch ein paar Tage durch“ am Dienstag, den 26. November 2019, von 19:00 bis ca. 21:30 Uhr, aus Briefen und Berichten jüdischer Frauen und Mädchen über deren Erlebnisse zur Zeit des Nationalsozialismus in Krefeld.

Musikalisch wird der Abend durch die Gruppe „Bernshteyn“ mit Klezmermusik und jiddischen Liedern begleitet; Lieder, die die Schicksale der Menschen, ihre Sorgen und Nöte besingen – lachend und weinend zugleich.

Eintritt frei. Wir freuen uns über Spenden für das Bündnis.

Den Flyer können Sie hier herunterladen:

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13. Fest ohne Grenzen am 31. August 2019

Krefeld, den 9.7.2019

13. Fest ohne Grenzen

grenzenlos solidarisch

MUSIK • ESSEN AUS ALLER WELT• PERFORMANCE

INFOSTÄNDE • KINDERFEST • BEISAMMENSEIN

13–21 UHR • CORNELIUSSTRASSE • KREFELD

17:00 UHR ROCK AM RING (KREFELD)

18:30 UHR MAHOUT (ITALIEN)

31.August 2019



Fest ohne Grenzen 2019
grenzenlos solidarisch
Rettet die Erde – rettet die Menschen
Globale Erwärmung und Migration

Es wird immer deutlicher, dass die globale Veränderung des Weltklimas Ursache für Flucht und Migrationsbewegungen ist.

Erderwärmung und Anstieg der Meeresspiegel, Zerstörung von Urwäldern, Kampf um Wasser, Übernutzung und Verseuchung von Böden, Vertreibung der Landbevölkerung, Müllexporte vom Norden in den Süden, das sind nur einige der offensichtlichen Flucht- und Migrationsursachen in unserer Welt.

Wenn die Lebensgrundlagen entzogen werden, wandern und fl iehen Menschen aus ihrer Heimat. Zusätzlich wächst weiterhin die soziale Kluft zwischen Nord und Süd.

Durch Auftreten als mächtige Wirtschafts- und Exportnation, aber auch durch das sehr halbherzige Agieren, den Klimawandel zu verlangsamen/zu entschärfen, macht sich Deutschland mitverantwortlich für das weltweite Leid Flüchtender und Gefl üchteter.

Beim diesjährigen Fest ohne Grenzen wollen wir auf diese Zusammenhänge hinweisen – mit Aktionen und Informationen. Gleichzeitig ist es uns wichtig, eine ungeteilte und solidarische Gesellschaft zu leben.
Hier in Krefeld, in Deutschland und weltweit!

Daher erwarten Besucher*innen internationale Speisen und Getränke sowie ein abwechslungsreiches, weltumspannendes Unterhaltungsprogramm mit Musik und Tanz für Groß und Klein. Wir freuen uns darauf, mit euch einen bunten, fröhlichen und informativen Tag zu verbringen!

Wir freuen uns auf Euch.

Den Flyer können Sie hier herunterladen:

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Feier zum 8. Mai 1945 - Krefeld lädt ein

Krefeld, den 1.5.2019

Aus der Einladung von Oberbürgermeister Frank Meyer:

Am 8. Mai 1945 ging der Zweite Weltkrieg zu Ende. Wir feiern den Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus mit einer Gedenkveranstaltung. Erstmals wird zu diesem Anlass auch die ehemalige Ehrenhalle auf Burg Linn als Gedenkstätte für die Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus wieder öffentlich zugänglich. Sie wurde in Zusammenarbeit von Museum Burg Linn und NS-Dokumentationsstelle neu gestaltet.

Die Gedenkfeier findet in Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Uerdingen, der Albert-Schweitzer-Schule und dem Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie statt. Nach dem Auftakt in der Museumsscheune wird in der Gedenkstätte ein Kranz niedergelegt. Anschließend besuchen wir gemeinsam den Jüdischen Friedhof in Linn. Es wird gebeten, auf Fahnen, Banner und Transparente zu verzichten.

Ich lade Sie ein, an der Gedenkfeier teilzunehmen.

Mittwoch, 8. Mai 2019, 16:30 Uhr
Museumsscheune Burg Linn
Rheinbabenstr. 85 (Eingang Albert-Steeger-Straße)


Ab 15:30 Uhr besteht die Möglichkeit, die Gedenkstätte (neben der Kasse Burg Linn) zu besuchen.

Verkehrsverbindung: Straßenbahn Linie 044: Haltestelle Burg Linn

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Die Zerreißprobe. Wie die Angst vor dem Fremden unsere Demokratie bedroht.

Krefeld, den 18.2.2019

Buchvorstellung und Podiumsgespräch mit Lamya Kaddor

Dienstag, 19. März 2019 um 19:00 Uhr
im Südbahnhof, Saumstraße 9, 47798 Krefeld
Der Eintritt ist frei.


Nach der Lesung findet ein Podiumsgespräch statt

mit der Autorin Lamya Kaddor,
Markus Schön, Dezernent der Stadt Krefeld und
Emilia Kupferschmidt, Flüchtlingsberatung der Caritas,
moderiert von Christoph Bönders, Flüchtlingsrat Krefeld.

Alle reden davon, wie Geflüchtete, Einwanderer sich integrieren können – Lamya Kaddor dreht die Frage um, wenn wir Integration nicht als Einbahnstraße verstehen: Muss sich nicht auch die Mehrheitsgesellschaft ändern? Geht es nicht für alle darum, liberale Grundsätze zu leben?

Mit Sorge beobachtet Lamya Kaddor, dass die Angst vor den Geflüchteten, dem Islam, die Demokratie in Deutschland schwächt; dass sich Denkweisen etablieren, für die die Beschränkung der Freiheit zugunsten einer angeblichen Sicherheit legitim ist. Wer hinnimmt, dass Nordafrikanern der Zutritt zu Schwimmbädern verwehrt wird, läuft Gefahr, bald auch über die Beschränkung ganz anderer, fundamentaler Rechte sprechen zu müssen. Umgekehrt gilt, dass keine Ideologie, keine Weltanschauung über unserem Grundgesetz stehen darf: Auch hier droht der Demokratie in Deutschland Gefahr.

Die «Verfassungspatriotin» Lamya Kaddor ist Tag für Tag mit der Integrationswirklichkeit konfrontiert; sie sieht, welche Probleme, aber auch Chancen auf die deutsche Gesellschaft zukommen. Eines ist für sie klar: Wir brauchen ein neues deutsches Wir. Und wir müssen uns mehr über Identität und Integration unterhalten, weniger über Religion. Dieses Buch ist ein streitbarer, ganz persönlicher Bericht – ein Blick auf die Gesellschaft von einer Deutschen mit syrischen Wurzeln.

Lamya Kaddor, 1978 als Tochter syrischer Einwanderer in Ahlen/Westfalen geboren, ist islamische Religionspädagogin, Islamwissenschaftlerin und Publizistin. 2010 gründete sie den Liberal-Islamischen Bund e.V. mit. Sie war Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Münster und vertrat dort die Aufgaben der Professur für Islamische Religionspädagogik. Die erste Koran-Übersetzung für Kinder und das erste Schulbuch für Islamischen Religionsunterricht gehen auf ihre Initiative zurück. Sie leitete ein dreijähriges, vom BAMF unterstütztes Projekt zur Bekämpfung von Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen und leitet derzeit eine Studie an der Uni Duisburg-Essen zur Islamfeindlichkeit. Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet.

Eine Veranstaltung des Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie e.V. in Zusammenarbeit mit dem Werkhaus e.V. und gefördert von der Stiftung gegen Rassismus im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus.

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Rückblick auf „Krefeld unteilbar - Grenzenlos solidarisch“ am 13. Oktober 2018

Krefeld, den 16.10.2018

Das Wetter meinte es gut mit dem europaweiten Aktionstag gegen Rechts am Samstag, den 13. Oktober 2018. Die Sonne schien, es war warm und trocken.

Während in Berlin zur großen #unteilbar-Demonstration aufgerufen wurde, die – wie am Ende bekannt wurde – 242.000 Menschen auf die Straßen gebracht hatte, hatten wir in Krefeld zu „Krefeld unteilbar - Grenzenlos solidarisch: Für eine offene und frei Gesellschaft – gegen Rassismus und Ausgrenzung“ eingeladen.

Um 12 Uhr begann die Veranstaltung mit einer Kundgebung auf dem Lutherplatz. Das Grußwort sprach der Pfarrer der Lutherkirche. Um die 250 Menschen lauschten danach den Worten der Vertreter*innen von Kirchen, Parteien und anderen. Einen besonderen Jubel gab es, als ein persönliches Grußwort aus Berlin, von der dortigen #unteilbar-Demo, vorgetragen wurde.

Kurz nach halb 1 setzte sich die Demonstration dann in Bewegung. Angeführt vom Bündnisbanner mit der Aufschrift „grenzenlos solidarisch“ liefen die Teilnehmer über die Gladbacher Straße und die Lewerentzstraße in Richtung Corneliusstraße, wo die Veranstaltung enden sollte. Diese Route war gewählt worden, weil es in diesem Bereich in jüngster Zeit wiederholt zu Nazischmierereien gekommen war.

Immer wieder gesellten sich Menschen zu den Vorbeiziehenden. Es liefen Eltern mit (kleinen) Kindern mit, Paare, ältere Menschen. Darunter auch eine Frau, die den Krieg noch miterlebt hatte und sagte: „Ich stehe voll hinter dieser Veranstaltung und wofür sie steht. Ich habe das als Kind schon einmal erleben müssen. Wie der kalte Wind der Angst durch die Straßen zog, als die Braunen an der Macht waren. Wie so viele schwiegen, weil sie Angst hatten, geholt zu werden. Wie sie Juden hassten. Das darf sich nicht wiederholen!"

Gegen 13.15 Uhr erreichte der Demozug sein Ziel. Mittlerweile war er auf stattliche 500 Menschen angewachsen. Auf der Corneliusstraße gab es weitere Reden. Zuerst sprach der Pastor der St.-Josef-Kirche, womit sich ein wunderbarer Bogen zwischen den beiden Kirchen spann. Ihm folgten u. a. ein Besucher aus Amerika von den amerikanischen Grünen, diverse Parteivertreter*innen sowie die Vorstandsvorsitzende des Krefelder Flüchtlingsrats.

Die Veranstaltung endete mit dem Versuch, gemeinsam musikalisch „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten zum Besten zu geben. Dies war jedoch nur halbwegs erfolgreich, doch eines ließen sich die Krefelder*innen nicht nehmen – der Ausruf „Arschloch!“, der in dem Lied vorkommt, wurde inbrünstig mitgesungen. Eine klare Ansage an alle Rückwärtsgewandten!

Bildergalerie KR unteilbar am 13.10.2018

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Lesung „KRefelder Geschichten“ am 30. November 2018 im Café Lentz

Krefeld, den 11.10.2018

In 2018 jährt sich die Pogromnacht zum 80. Mal. Das Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie e. V. lädt daher

am Freitag, den 30. November 2018
von 19:00 bis 21:30 Uhr
zur Veranstaltung "KRefelder Geschichten – Verlorene Welt" ein.
Veranstaltungsort: Café Lentz, Lewerentzstr. 104, 47798 Krefeld
Eintritt frei.


Die Krefelder Autoren Barbarella Dura und Gerd Ruebenstrunk lesen aus autobiografischen Texten von Rudolf Hirsch, Richard Errell und Ernst Loewy, die Einblicke in das Alltagsleben Krefelder Juden bis 1938 geben. Die Texte werden ergänzt durch dokumentarische Randnotizen.

Musikalisch wird der Abend durch die Gruppe „Scherele“ mit Klezmermusik und jiddischen Liedern begleitet – mit einem unbändigen Rhythmus und voller Lebensfreude, doch zugleich zu Herzen gehend und voller Melancholie.




"Krefeld unteilbar" am 13. Oktober 2018

Krefeld, den 8.10.2018

Am 13.10 ist ein europaweiter Aktionstag gegen Rechts, wo unter anderem in Brüssel, Paris, Berlin, Dortmund etc. Kundgebungen und Demonstrationen gegen Rechts stattfinden.

Dazu gibt es den bundesweiten Aufruf #unteilbar, den das Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie e.V. mit gezeichnet hat.

Wir schließen uns diesem Protest an und rufen hier in Krefeld zu einer Demonstration auf

Krefeld unteilbar
Grenzenlos solidarisch
Für eine offene und frei Gesellschaft – gegen Rassismus
und Ausgrenzung

Samstag, 13. Oktober 2018, von 12 bis 14 Uhr
vom Lutherplatz
zum Platz an der Corneliusstrasse



Den Flyer können Sie hier herunterladen.




Rückblick auf das 12. Fest ohne Grenzen am 1. September 2018

Krefeld, den 8.9.2018

Das Wetter meinte es gut mit uns. Bei strahlendem Sonnenschein eröffneten die vier Moderator*innen um 13 Uhr das 12. Fest ohne Grenzen. Sie sendeten solidarische Grüße nach Chemnitz und zogen symbolische Rettungswesten an, um auch die Seebrücke-Aktionen, die andernorts stattfanden, zu grüßen. Das offizielle Grußwort übernahm Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer. Er fand deutliche Worte zur aktuelle Situation in Krefeld, speziell auch im Hinblick auf die Umbenennung des Königpalast. Ihm folte ein Gespräch mit dem Leiter des Fachbereiches Migration, Herrn Pamp.

Der Tag wurde geprägt von unterschiedlichsten Darbietungen. Die Gruppe "Starke Wurzeln - starke Flügel" überzeugte mit mitreißender Tanzakrobatik, ebenso wie die Urban Dance Company Area 47, die die Besucher*innen komplett begeisterte. Es gab Interviews mit Menschen, die sich in Krefeld engagieren, und Frau Franz, die neue Leiterin der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer, wurde vorgestellt. Auch sie sprach klar und deutlich die Themen an, die viele der Anwesenden zurzeit beschäftigen.

Insgesamt 44 Stände hatten sich zum diesjährigen Fest ohne Grenzen angemeldet. Ein Rekord. Am Stand der Anarchistischen Gruppe Krefeld bildete sich am Nachmittag eine lange Schlange. Unter den Kindern hatte sich herumgesprochen, dass es dort Zuckerwatte gab. Auch sonst wurde bestens für das leibliche Wohl gesorgt. Ob authentische syrische oder türkische Küche, ob Falafel oder portugiesische Köstlichkeiten, ob vegane Hotdogs oder Spezialitäten aus Sri Lanka. Die Besucher*innen ließen es sich gut gehen. Bei einer Tasse eriträischen Kaffees wurde diskutiert, es wurden "Häuser" für die Aktion "15 m² Partizipation" gebastelt, sich an den Parteiständen informiert und der Comiczeichner Jari Banas ging mit "Stift, Sternenstaub und EINHÖRNER GEGEN RASSISTEN!!!" vor.

Die Stimmung war entspannt. An den Tischen und Bänken, die der Organisator des Festes, das "Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie e. V.", auf der Corneliusstraße aufgestellt hatte, saßen kleine und große Menschen, unterhielten sich, ließen es sich schmecken und lauschten der Musik. Besonders am Nachmittag war es rappelvoll.

Als "Rock am Ring", die Band der Krefelder Lebenshilfe auf der großen Bühne loslegte, gab es kein Halten mehr. Die Musiker*innen wissen einfach, wie man die Menge zum Toben bringt. Es wurde mitgeklatscht, gesungen und getanzt. Vor dem nächsten Auftritt sprach der Vorstandsvorsitzende des beliebten Krefelder Folklorefests ein Grußwort und brachte eine Überraschung mit. In diesem Jahr hatten das Folklorefest und das Fest ohne Grenzen zusammengefunden, gemeinsam geworben und sich gegenseitig unterstützt. Dies soll auch in 2019 so weitergehen, und die "Initiative Folklorefest e. V." wird dem Fest ohne Grenzen nächstes Jahr eine Musikgruppe als "Nach-Konzert" (quasi als Abschluss der beiden aufeinander folgenden Festwochenenden) sponsern.

Um kurz nach 18 Uhr traten "Buntes Herz" aus Köln auf, die bereits im letzten Jahr dabei gewesen waren. Aufgrund der durchweg positiven Reaktionen waren sie wieder eingeladen worden. Und auch diesmal riss ihr Auftritt die Besucher*innen mit. Ihr Mix aus arabischer und kurdischer Folklore und "westlichem" Rock passte perfekt zum Fest und überzeugte Alt und Jung. Gleiches galt für Raman, der allein mit seiner Gitarre und seiner Stimme die Zuschauer*innen in seinen Bann zog. Als Abschlussact trat die Krefelder "Bobby Amazonas Band" auf. Sie holten noch einmal das Letzte aus den Zuhörer*innen heraus, denn ihre Spielfreude war ansteckend und ihre Musik abwechslungsreich und lebendig.

Um kurz nach 21 Uhr endete das 12. Fest ohne Grenzen. Und wir sagen DANKE!

Unser Dank geht an alle Besucher*innen, die neugierig auf das Fest ohne Grenzen waren.


Wir freuen uns auf das 13. Fest ohne Grenzen!

Hier zwei Bilder vom Fest, es gibt auch eine Bildergalerie
Fotos: Hadi Ghanaat und Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie e. V.

Fest ohne Grenzen 2018

Fest ohne Grenzen 2018




Fest ohne Grenzen am 1. September 2018

Krefeld, den 3.8.2018

Samstag, 1.September 2018
13 Uhr bis 21 Uhr

12. Fest ohne Grenzen
gemeinsam gegen Rassismus
Corneliusstraße in Krefeld

MUSIK • ESSEN AUS ALLER WELT • PERFORMANCE • INFOSTÄNDE • KINDERFEST




Gemeinsam mit Euch feiern wir am 01.09.2018 unser Fest für Menschenrechte ...

und für ein schönes Leben für ALLE Menschen.

Es ist genug für alle da und friedliche Gesellschaften mit gleichen Rechten sind möglich.

Davon bleiben wir überzeugt, dafür arbeiten wir weiter UND feiern zum zwölften Mal für grenzenlose Solidarität.

Die Idee muss heute gestärkt werden:
ALLE Menschen haben das Recht auf ein sicheres und schönes Leben, unabhängig von Alter, Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht und Glauben!

Das Fest ohne Grenzen ist ein sichtbares Statement dieser Idee hier in Krefeld und in unserem Stadtteil.

Jeder Mensch ist willkommen in Würde zu leben und mit uns zu feiern.

Wir freuen uns auf Euch.

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